Komfortabel tragen
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Im Mutterleib war die Wirbelsäule des Kindes wohlgerundet und sanft gestützt (totale Rundung der Wirbelsäule = Totalkyphose). Das Baby schwebte sozusagen in der Fruchtblase und war keinerlei Belastung ausgesetzt. Die kindliche Wirbelsäule nimmt die Doppel-S-Form, die Stöße besonders gut abfedert, erst im Laufe der Zeit an. Dies geschieht mit dem Fortschreiten der motorischen Entwicklung, bei der das Kind zuerst lernt, seinen Kopf zu heben.
"Die Halswirbelsäule richtet sich auf und bildet die sog. Halslordose. Dann lernt das Kind, selbstständig den Oberkörper aufrecht zu halten. Die Wirbelsäule streckt sich aus der Totalkyphose heraus, bis das Kind mit völlig geradem Rücken sitzen kann. Die Lordose, also die eingezogene Rundung im Kreuz, bildet sich dann, wenn das Baby beginnt, sich zum Stehen hochzuziehen. Dabei kippt das Becken leicht nach hinten und das Doppel-S ist fertig".  (Regina Hilsberg, "Körpergefühl")
Physiologisch gesehen ist das Liegen im Bettchen für den Säugling nicht sinnvoll. Denn dort wird die allmähliche Streckung der Wirbelsäule nicht durch die wachsende Muskelkraft bewirk, sondern durch die Schwerkraft, der aber das Baby in den ersten Monaten nichts entgegen zu setzen hat. Im fest und gleichmäßig um den Babykörper geschlungenen Tragetuch wird die Wirbelsäule optimal gestützt und kann sich selbst mit steigender Kraft strecken.
In der Spreizhaltung, die die Beine des Babys automatisch im Tragetuch einnehmen, drückt der Gelenkkopf genau im richtigen Winkel in die Gelenkpfanne, die sich so optimal wölben kann, um den Gelenkkopf zu umschließen. In Gesellschaften, in denen es üblich ist, den Säugling auf der Hüfte in der physiologisch korrekten Anhock-Spreiz-Haltung zu tragen, kommen Hüftverrenkungen so gut wie nicht vor. Leichte Hüftdysplasien kann man auch durch Verwendung eines Tragetuches ausgleichen, ohne das die Verwendung einer Spreizhose nötig wird.